Autor: Natalia Vogt | Stand: 16. Juni 2026
Am Sonntagabend trifft im SoFi Stadium von Los Angeles ein gefrusteter Favorit auf einen zähen Außenseiter. Belgien kam zum WM-Auftakt nicht über ein mageres 1:1 gegen Ägypten hinaus – und das nur dank eines Eigentors, das der eingewechselte Romelu Lukaku 22 Sekunden nach seiner Einwechslung erzwang. Iran wiederum holte gegen Neuseeland zweimal einen Rückstand auf und nahm ein leidenschaftliches 2:2 mit. Für beide Teams geht es im zweiten Gruppenspiel um viel: Belgien will den Gruppensieg absichern, Iran träumt vom ersten Achtelfinale der Verbandsgeschichte.
| Spiel | Belgien – Iran |
| Wettbewerb | WM 2026 – Gruppe G, 2. Spieltag |
| Datum | Sonntag, 21. Juni 2026 |
| Anstoß | 21:00 Uhr (MESZ) |
| Stadion | SoFi Stadium, Los Angeles (Inglewood) |
| Übertragung | MagentaTV (live, voraussichtlich exklusiv) |
Belgien: Dominanz ohne Durchschlagskraft
Belgien ging als klarer Gruppenfavorit ins Turnier, enttäuschte beim Auftakt aber auf ganzer Linie. Gegen Ägypten lag das Team von Rudi Garcia nach einem Treffer von Emam Ashour lange zurück und tat sich enorm schwer, die kompakte ägyptische Defensive zu knacken. Kevin De Bruyne vergab fünf Abschlüsse und scheiterte mit einem Freistoß am Pfosten. Erst der eingewechselte Lukaku belebte das Spiel und erzwang den Ausgleich. Bezeichnend: Dieses Tor beendete eine 325 Minuten andauernde WM-Torflaute der Belgier, die bis zum Auftaktspiel von Katar 2022 zurückreichte.
Iran: Aufopferungsvoll trotz widriger Umstände
Iran reiste unter denkbar schwierigen Bedingungen an: Das Basislager musste kurzfristig von Arizona nach Tijuana verlegt werden, Kapitän Mehdi Taremi nannte die Vorbereitung ein „Desaster“. Umso bemerkenswerter das 2:2 gegen Neuseeland, bei dem die Mannschaft von Amir Ghalenoei zweimal zurückkam – durch Ramin Rezaeian und Mohammad Mohebi. Taremi traf zudem den Pfosten und bleibt der gefährlichste Offensivmann. Iran zeigte Moral, offenbarte in der Defensive aber auch Lücken, die ein Gegner wie Belgien bestrafen kann.
Form im Überblick
Letzte 5 Ergebnisse – Belgien
Letzte 5 Ergebnisse – Iran
Direkter Vergleich
Bei der WM 2014 trafen beide Teams schon einmal in der Gruppenphase aufeinander: Belgien gewann 1:0, der Treffer fiel erst in der 90. Minute durch Divock Origi. Auch damals verteidigte Iran diszipliniert bis zum Schluss und machte es dem Favoriten extrem schwer. Es ist das einzige WM-Duell der beiden Nationen – und ein Hinweis darauf, wie zäh dieser Gegner trotz der klaren Rollenverteilung ist.
Kader & Ausfälle
Belgien kann personell aus dem Vollen schöpfen: keine nennenswerten Verletzungen oder Sperren. Thibaut Courtois hielt gegen Ägypten stark, De Bruyne, Doku und Trossard bilden eine hochkarätige Offensive. Die große Frage ist, ob Garcia Lukaku nach dessen Joker-Tor von Beginn an aufbietet. Bei Iran gibt es ebenfalls keine gravierenden Ausfälle; Taremi (Inter) ist fit und führt den Angriff an, flankiert von Rezaeian und Mohebi.
Taktische Ausgangslage
Das Drehbuch ist absehbar: Belgien wird den Ball dominieren und Iran in die eigene Hälfte drängen. Ghalenoei lässt tief verteidigen und auf schnelle Umschaltmomente über Taremi lauern – exakt das Konzept, das gegen Neuseeland phasenweise funktionierte. Garcia muss die gegen Ägypten vermisste Effizienz finden und auf die Konteranfälligkeit achten, die Belgien zuletzt zeigte. Trifft Belgien früh, muss Iran aufmachen und es öffnen sich Räume.
Spieler im Fokus: Kevin De Bruyne
De Bruyne war gegen Ägypten an fast jeder belgischen Chance beteiligt, blieb bei fünf Abschlüssen aber glücklos. Gegen einen tief stehenden Gegner ist seine Fähigkeit, mit einem Pass oder Standard den Unterschied zu machen, Belgiens beste Waffe. Wenn ein Spieler die iranische Abwehrmauer öffnet, dann er.
Redaktionelle Einschätzung
Iran hat in seinen sechs bisherigen WM-Teilnahmen noch nie das Achtelfinale erreicht – und nur drei Spiele überhaupt gewonnen. Gegen einen Gegner von Belgiens Kaliber, der trotz Auftaktschwäche individuell klar überlegen ist, halte ich einen iranischen Punktgewinn für unwahrscheinlich. Belgiens 325-Minuten-Torflaute zeigt zwar ein echtes Effizienzproblem, doch gegen Irans limitierte Offensive sollte hinten die Null stehen. Ich setze 15 € auf einen belgischen Sieg und traue den Roten Teufeln zu, dass sie den Knoten diesmal früher lösen.
Stärken & Schwächen
Belgien: Individuelle Klasse in allen Mannschaftsteilen, starker Rückhalt mit Courtois, Joker-Qualität durch Lukaku. Schwäche: zuletzt katastrophale Chancenverwertung und Anfälligkeit bei Kontern.
Iran: Defensive Kompaktheit, Moral und mit Taremi ein erstklassiger Stürmer. Schwäche: limitierte Offensive abseits von Taremi, dazu die zermürbende Reise- und Vorbereitungssituation.
Wettmärkte im Überblick
| Markt | Quote |
| Belgien Sieg | 1.46 |
| Unentschieden | 4.78 |
| Iran Sieg | 8.30 |
| Doppelte Chance Belgien/X | 1.10 |
| Beide Teams treffen – Ja | 2.09 |
| Beide Teams treffen – Nein | 1.68 |
| Über 2,5 Tore | 1.91 |
| Unter 2,5 Tore | 1.96 |
| Über 3,5 Tore | 3.05 |
| Unter 3,5 Tore | 1.32 |
| Belgien Handicap -1,5 | 2.23 |
| Iran Handicap +1,5 | 1.70 |
Unsere 3 Tipps zu Belgien – Iran
Prognose: Belgien – Iran
Belgien wird das Spiel kontrollieren, während Iran auf Defensive und Konter setzt. Entscheidend wird die Chancenverwertung der Roten Teufel – gegen Ägypten war genau das das Problem. Mit der individuellen Klasse von De Bruyne und Lukaku sollte Belgien den Knoten gegen einen tief stehenden, aber limitierten Gegner lösen. Iran hat Moral bewiesen, doch gegen Courtois und die belgische Qualität dürfte der Aufwand diesmal nicht belohnt werden. Unsere Prognose: 2:0 für Belgien.
Weiterlesen: WM 2026 Wetten | Belgien WM 2026 | Iran WM 2026 | WM 2026 Gruppe G

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